Rezension der Letzten Lockerung von Steffen Höhne in der Thüringischen Landeszeitung vom 04.07.2008: Wiederentdeckt: Benimmbuch für Hochstapler
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05.07.2008
21.06.2008
Fiel ein Pflug vom Himmel?
Evelyne Polt-Heinzl rezensiert die Neuausgabe der Letzten Lockerung:
Die Presse, 21.06.2008
[...] Lesen sollte man Serners „Letzte Lockerung“ aber vor allem deshalb, weil sie wirklich einlöst, was der Titel verspricht. Georg M. Oswald hat für sein Nachwort den Begriff im Grimmschen Wörterbuch nachgeschlagen und dort die Erklärung „das lockermachen: die lockerung der fesseln; lockerung der disciplin“ gefunden. Doch Serners „Lockerung“ – vor allem im ersten, 1918 im Umfeld der Zürcher Dada-Bewegung entstandenen Teil – impliziert viel mehr. Sie unternimmt eine radikale und befreiende Durchlüftung des Denkens; keck bis blasphemisch wird hier alles abgewunken und durcheinander gewirbelt, worauf die „Gesinneriche“, „Geistportiers“ und „Vis-à-Wüteriche“ aller Zeiten ihre Ideologien und Herrschaftsmechanismen gründen. „10 Pfennig dem Kühnen, der mir nachweist, dass etwas letzthin nicht willkürlich als Norm herumspritzt!“, heißt es in Punkt 5, und kurz zuvor: „Der wahre Beruf des Menschen sei, den Acker zu bestellen. Wieso? Fiel ein Pflug vom Himmel?“ [...]
Die Presse, 21.06.2008
15.12.2007
10.12.2007
Was ein Hochstapler alles wissen muss
Rezension der Neuausgabe von Letzte Lockerung in der Welt am Sonntag vom 09.12.2007:
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[...] Erschaffen hat Walter Serner eine männliche Heldenfigur: den Unterwelt-Dandy, den eiskalten Halbwelt-Snob, den Hasardeur und Spieler. Den Hochstapler als Hochseilartisten des Lebens, als unsentimentalen Lebenskünstler. Als dunkelglühende Kunstfigur der Moderne. Walter Serner hat ihn gleich mehrfach, in ganz verschiedenen Medien geschaffen: In seinen Kriminalgeschichten, die anfangs der 20er-Jahre in mehreren Sammelbänden erschienen und von den Sittenwächtern fast mehr beachtet wurden als vom Lesepublikum; mit ihnen hat er es sogar auf den Index für "Schund- und Schmutzschriften" geschafft. Und in seinem eigenen gesellschaftlichen Auftreten, das sich nicht im Mindesten von den Unterweltfiguren unterschieden haben soll, um die sein literarisches Schaffen ausschließlich kreiste. [...]
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